Freitag, 15. April 2011

Vivace

Gestern Abend bin ich mit unserer Nachbarin Hanne nach Klepp gefahren, um dort in einem Chor namens Vivace mitzusingen. Mit meiner bisherigen Erfahrung als Chorsängerin (acht Jahre Kurrende und ein paar Monate in einem winzigen Chor in Schweden) musste ich mich ziemlich ranhalten, denn der Chor ist ganz gut dabei. Meine Notenkenntnis hat mich glücklicherweise mal wieder gerettet und ich konnte den meisten Liedern recht zielsicher folgen; auf Englisch, Bokmål, Nynorsk und Italienisch...huch. Der Chor besteht aus ca. 30 Mitgliedern, die sich einmal pro Woche treffen und ein breites Repertoire bedienen, von klassischen Werken über Volkslieder bis hin zum Pop. Gestern waren z.B. Fever, Bridge Over Troubled Water, Wild Mountain Thyme, Signore delle cime, Gøta, På Bredden, ein norwegisches Gutenachtlied und ein irischer Segenswunsch dabei. Soweit ich das beurteilen kann, ist der Chor wirklich gut und holt musikalisch viel aus den Liedern heraus. So herrscht bei mir plötzlich verkehrte Welt: Ich, die ich immer über Choristen meckere und ihnen gegenüber eine generelle Abneigung hege, fühle mich plötzlich in einem Chor musikalisch besser aufgehoben als in einem Orchester! Unglaublich...
Nun, auch in dieser Probe gab es eine Kaffeepause (ja, hier wird abends mit Vorliebe eine Kaffeepause eingelegt) und da bin ich gleich wieder mit einigen Leuten ins Gespräch gekommen. Ich schlage mich so mit Schwedisch, Norwegisch, Englisch und Deutsch durch, aber es funktioniert erstaunlich gut. Gerade bei solchen Gelegenheiten kann ich meine Schwedischkenntnisse reaktivieren und freue mich, dass mir doch wieder einige Wörter einfallen, um den Leuten das mit der Biochemie, den Schafen und der Bratsche zu erläutern.

Aber zurück zu den Schafen, es ist viel los zurzeit! Der Schwächling kann unterdessen auf allen Vieren stehen, wenn man ihn nur passend hinstellt. Aber er wohnt immer noch in der Kiste unter der Rotlichtlampe, bekommt die Flasche und sieht nicht besonders gesund und kräftig aus.
Dann gab es heute Morgen die "Tonnenkinder"...mhm, kompliziert...ein Schaf hat vier Lämmer bekommen, wovon eins zur Adoption freigegeben wurde - an ein Schaf mit zwei Lämmern, von denen eins eingeschläfert werden musste. Letztes mochte die beiden Lämmer aber nicht und hat sie nicht trinken lassen, sodass Mutter und Kinder vorerst getrennt wurden. Damit die Kleinen keine Beziehung zu den neugierigen Tanten-Schafen aufbauen, die von den Seiten ins Gehege schnuppern, kamen sie in eine Tonne. Nach ein paar Stunden war die Mutter nett genug und sie konnten bei ihr bleiben.
Und das eingeschläferte Lamm hatte sein Herz außen! Es war ganz lebendig und sah auf den ersten Blick normal aus. Aber wenn man die Vorderfüße zur Seite genommen hat, sah man, wie dort das Herz einfach so aus dem Brustkorb heraus schlug! Beim Tierarzt muss das für ziemlich viel Aufsehen gesorgt haben, da noch nie zuvor gesehen. "Ektopia cordis" ist der Fachbegriff für Interessierte.

14.04.2011
15.04.2011

3 Kommentare:

Moritz hat gesagt…

hast du mal ein photo von dem ectopia cordis? Wäre mal sehr interessant zu sehen...
Gruß zu den Schafen nach Norwegen!

Dani hat gesagt…

Haha wusste garnicht, dass du keine Choristen magst ;D Na dann wünsch ich dir viel Spaß im Chor! Auf dass du viele liebe neue Leute kennenlernst :)

Oje, das arme kleine Schaf... schon schlimm, was es so alles gibt :( Ich hoffe, es hat nicht leiden mussen!

Schönes Wochenende und lg

Luzia hat gesagt…

Da wirst du im Chor wenigstens mal richtig gefordert und der norwegische Chor ist sicher auch noch etwas jünger, als der durchscnittliche Kirchenchor, oder? Schein jedenfalls recht schnell voranzugehen - so viel Lieder, wie du aufgezählt hast!

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