Sonntag, 17. April 2011

Fertig

Oh oh, wenn es noch so ein paar Tage gibt wie den gestrigen, werde ich vielleicht doch noch ein motivierter Biochemiker. Ich hatte alleine "Dienst" und hier war viel zu viel los. Dass die Schafe Lämmer bekommen, ist ja in Ordnung. Aber gleichzeitig waren Siri und Ina zu Besuch und noch dazu parkt seit Freitagabend (wo die Osterferien angefangen haben) ein Wohnmobil vor unserer Tür. Die drei Bewohner sind Freunde von Ellen und Geir, gleichzeitig Besitzer von zwei Pferden des Stalls. Mehr weiß ich aber auch nicht. Sie benutzen unser Bad mit und ich sitze jedes Mal im Bett, wenn die klemmende Außentür geräuschvoll herangezogen wird...
Nun, diese fünf Personen sprangen und standen zusätzlich mit im Stall herum, Hauptsprache war plötzlich Norwegisch und ich habe alle paar Minuten mal einen englischen Brocken zugeworfen bekommen. Ich habe gefüttert, dem Schwächling Milch gegeben, ein gebärendes Schaf identifiziert, sechs Pferdeboxen sauber gemacht, kam dann dazu, als zu einem frisch geborenen Lamm ein älteres adoptiert wurde (ab jetzt habe ich den Überblick vollkommen verloren), habe mit geschraubt, Lämmer hin- und hergereicht und Türen auf- und zugehalten, um ein neues Großraumabteil für ältere Lämmer einzurichten (dieser Lärm!), zwischendurch Wassereimer verteilt und immer wieder aufgefüllt, nicht tragende Schafe mit nach draußen gelassen und auf eine Weide begleitet und halb drei gab´s endlich mal was zu essen.
Als ich um vier wenig motiviert und verschlafen wieder an die Arbeit ging, ist mir ein grober Fehler unterlaufen - ich habe ein neu geborenes Lamm übersehen und wie immer mit Füttern angefangen. Keine gute Idee, denn die alten Schafe sind so gierig auf die Silage, dass das Kleine zwischen ihnen schnell erdrückt werden kann. Außerdem war es das Einzige dieses Schafs und sollte deshalb ein Adoptiv-Geschwisterlamm bekommen. Mit den drängelnden Schafen reinstes Chaos, Ellen war natürlich ziemlich verärgert und ich noch unzufriedener mit dem ganzen Tag.

Und so musste ich heute erstmal weg. Ich bin zum Gottesdienst nach Lye geradelt und habe dort eine Taufe miterlebt. Eltern und Kind waren traditionell gekleidet, wie auch fast die gesamte Taufgesellschaft - das war für mich natürlich interessant zu sehen. Heute war ja Palmsonntag und in der Gemeinde hatten sie tatsächlich drei große Palmwedel aufgetrieben (sahen ein bisschen wie Bananenblätter aus), mit denen die Kinder zu "Hosianna, Davids sønn" wedeln konnten. Aber da es in dieser Gemeinde nicht nur drei Kinder gibt, wurden die restlichen Palmwedel durch Tannenzweige dargestellt! Palmsonntag auf Norwegisch...
Ich habe Frode und Anna-Bergitte wieder getroffen und wir sind erneut herzlich zu ihnen eingeladen worden. Vielleicht lässt sich unsere 21-Uhr-Schafstränkung mit Ellen verhandeln, mal schauen. Außerdem habe ich mich mit noch ein paar Norwegern unterhalten. Nach dem Gottesdienst habe ich noch eine Runde mit dem Fahrrad gedreht und dabei einen Wanderweg entdeckt, den ich mal testen muss, wenn auf dem Parkplatz nicht gerade 20 Autos stehen.  Als ich wieder da war, kam dann die Sonne raus...so ein Mist.

4 Kommentare:

Moritz hat gesagt…

Tief Luft holen und durch! Morgen wird ein ganz neuer Tag sein, der vielleicht wieder anders aussieht... :)
Viele Grüße, Moritz

Dani hat gesagt…

Uff!! Wünsch dir einen schönen und erholsamen Abend und einen ruhigeren Wochenbeginn!
Alles Liebe :)

Miriam hat gesagt…

Schön zu wissen, dass eine Karriere als Biochemikerin doch noch nicht abgeschrieben ist ;)

Viele Grüße,
Miriam

Luzia hat gesagt…

Wieso warst du denn alleine? Das war`s wohl erstmal mit der rughigen und beschaulichen Zeit...nee, es kommen auch wieder bessere Tage, bei der Hektik kann man ja wirklich schnell mal was übesehen. Bevor du zum fahrradfahrenden Einsiedler wirst, empfehle ich dir dann doch das mit der Biochemie weiter zu verfolgen :-)

Kommentar veröffentlichen