Sonntag, 15. Mai 2011

Synesvarden

Heute bin ich zu dem Wanderweg geradelt, der mir letzte Woche vom Auto aus aufgefallen war. Von den 15 km ging es bestimmt 14 bergauf...was für ein Training. Zwischendurch habe ich mal angehalten und ein Lamm befreit, was sich mit dem Kopf im Drahtzaun verfangen hatte. Das Lamm war am Hals schon ziemlich rot und der Drahtzaun schon ziemlich wollig. Als ich näher kam, hat es so einen Schreck bekommen, dass es nach ein paar sinnlosen Vorwärtssprüngen mit viel Kraft den Weg rückwärts heraus gefunden hat.
Dann ging´s auf den Wanderweg und immer schön bergauf, bis ich ein interessantes Steingebilde erreichte, von wo aus man einen atmenberaubenden Blick hatte - die ganze Küstenlinie von Egersund im Süden bis Stavanger im Norden und noch dazu das bergige Hinterland! Gleichzeitig mit mir erreichte eine ältere Frau die Anhöhe und nach einer Weile sprach sie mich an, um mir zu zeigen, dass ich mich in ein Tourenbuch eintragen kann, was gut getarnt in einer Metallbox zwischen den anderen Steinen lag. Wir kamen ins Gespräch und sind danach zwei Stunden zusammen gewandert! Wir haben uns ungezwungen unterhalten, sie hat mir ganz viel gezeigt (später auch auf der Landkarte) und es war sehr angenehm, mit ihr unterwegs zu sein. Trotz der 40 Jahre und 7 Tage Unterschied zwischen unseren Geburtstagen waren wir irgendwie auf einer Wellenlänge und haben beide sehr viel aus der Begegnung mitgenommen.
Synesvarden

Nach der 12 km langen Wanderung ging es wieder mit dem Rad zurück nach Fosse, wo mich schlechte Neuigkeiten erwarteten. Ellen hatte heute Geburtstag und da Geir gestern mit einem Pferd nach Oslo gefahren war, um heute am Oslo Grand Prix (einem der wichtigsten Pferderennen Norwegens) teilzunehmen, hatte sie die Verantwortung im Pferdestall. Wie ich erfahren habe, muss sich am Morgen ein Pferd mit der Nase in der Aufhängung seines Wassereimers verhakt haben, sodass es sich die ganze Schnauze aufgerissen hat. Ich habe ein Foto gesehen...schrecklich. Nichts, was ein Tierarzt (noch dazu an einem Sonntag) vor Ort hätte richten können. Es ging also in die Tierklinik bei Stavanger, dort das ganze Programm mit Vollnarkose und Nähen mit über 100 Stichen. Abends nochmal der Weg, um es nach dem Aufwachen aus der Narkose abzuholen. Jetzt steht es etwas apathisch und leicht zitternd in seiner blutbeschmierten Box, die unförmige Schnauze zur Wand gewandt.

Wenigstens haben wir jetzt am Abend etwas Torte gegessen und ich habe die 21-Uhr-Schicht mit den Schafen übernommen. Dass sowas gerade heute passieren muss...

Nun ja, zum Abschluss für meine Hundefreunde mal wieder ein Bild, was zeigt, dass der Welpe tatsächlich mal ein Hund werden könnte!

1 Kommentar:

Luzia hat gesagt…

Crass - was für ein Tag! Das Freud und Leid manchmal so nah beieinander liegen müssen.
An 15 km lange Bergtouren kann ich mich auch noch gut erinnern. Du hast mein ganzes Mitgefühl!

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