Sonntag, 29. Mai 2011

Jærdagen und Beethoven

Nachdem ich Ellen und ihrem Neffen in den letzten beiden Tagen beim Aufbau permanenter Zäune geholfen habe, hatte ich heute meinen freien Tag. Dieses Wochenende fand ich Bryne der "Jærdagen" statt, so eine Art "Plauener Frühling" auf Norwegisch. Die Region, in der ich mich hier befinde ist ja Jæren, eine der wenigen flachen Gegenden in Norwegen. Dafür ist es ganz schön hügelig, aber das ist ja alles eine Frage der Relationen. Nun, wie sich das gehört gab es eine große Bühne, viele Stände mit Essen und Produkten aus der Region, einen Rummel, die Geschäfte hatten offen usw. In diesem Rahmen war ich heute Vormittag zu einem Gottesdienst. Der war ganz in Ordnung, bis auf den Kinderchor mit grauenhaftem Playback und die Breakdance-Gruppe. Danach gab es Kaffee und Kuchen für alle und es war viel zu viel Kuchen da;-)

Außerdem fand heute das Konzert eines semiprofessionellen Orchesters aus Sandnes statt (20 km von Bryne entfernt). Ich hatte anfangs mal überlegt, in diesem Orchester mitzuspielen, den Plan dann aber zu Gunsten meiner Schäfchen verworfen, die jeden Abend um 21 Uhr nochmal ihre Flasche bekommen. Drei Abende in der Woche zu fehlen wäre etwas übertrieben. Insbesondere das Programm hat mich gereizt - Strauß Hornkonzert Nr. 1 und Beethovens Siebte. Und so hatte ich mir schon lange vorgenommen, mir das Konzert wenigstens anzuhören. Heute war ich nach meinem Mittagschlaf wenig motiviert, weil es draußen regnete und stürmte - ich habe also angefangen, mir den Beethoven hier anzuhören, aber im 2. Satz festgestellt, dass der so toll ist, dass ich auch richtig ins Konzert gehen kann! Also bin ich nach Sandnes geradelt, war pitschenass, habe mir konzertfeine Klamotten über die Radelsachen geworfen und ein sehr schönes Konzert gehört. Das Orchester wäre wohl eher meine Liga gewesen, aber wer saß da als Stimmführer der Bratschen? Der unfreundliche Bratscher von letzter Woche, dessen Namen ich nie erfahren habe. So hat alles seine Ordnung. Mein Pflegefall war auch da, aber nur im Publikum, während seine Frau am Kontrabass stand. Der Weg zurück war dann, trotz abendlichen Sonnenscheins, ziemlich lang und anstrengend. Morgen mach ich keinen Sport.

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