Mittags sind Lea und ich gleich nochmal nach Bryne gefahren, um uns das Städtchen näher anzuschauen. Laut Wikipedia gehört Bryne mit knapp 10.000 Einwohnern zu den 50 größten Städten Norwegens - nämlich auf Platz 49. Es geht gemächlich zu hier. Neben Traktoren auf Schulparkplätzen gibt es am Stadtrand einen See, an dem man schön spazieren gehen kann.
Auf dem Weg zurück haben wir noch einen Halt am Fotlandfoss gemacht, diesmal in der Sonne:
Nach der Nachmittagsfütterung bin ich wieder nach Bryne gefahren, um dort zum ersten Mal zu probieren. Über einige Ecken hatte ich die "Jæren Symfoniker" gefunden, ein kleines Amateurorchester mit ca. 30 Mitgliedern. Ich bin dort sehr freundlich begrüßt worden und habe bald darauf verstanden, warum alle so erfreut waren, dass ich "bratjist" bin - mein einziger Bratschenkollege war ein steinalter Schweizer, der sein Instrument kaum oben halten konnte, geschweige denn irgendwie folgen konnte. Es gab viel Gelächter über meine Schafe (und ich muss zusätzlich immer noch schmunzeln, weil Schaf auf norwegisch "sau" heißt); man hat sofort festgestellt, dass ich mit schwedischem Akzent spreche, aber auch mit deutschem (dabei hatte ich gar nicht versucht, Norwegisch zu sprechen) und der beste Mann an Bord hat mich nach der Probe sogar noch gefragt, ob ich Musik studiert habe - das hört man gerne! Die Hebriden sind für dieses Orchester eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber ich bin gespannt, was dabei heraus kommen wird. Außerdem waren noch eine komische Polka, ein Marsch und etwas Händeliges dran. Und Spaß gemacht hat es!
Nachdem ich wieder da war, waren Ellen und ich nochmal im Stall, um nach einem sehr trächtigen Schaf zu schauen. Sie hatte schon heute Nachmittag gesehen, dass irgendwas nicht passt. Die Frau ist Wahnsinn - sie sieht wirklich, welches der Lämmer falsch liegt und während ich das Schaf gehalten habe, hat sie innerhalb kürzester Zeit die drei Kleinen rausgeholt! Nach nur wenigen Minuten machten sie ihre ersten Steh- und Gehversuche. Die vier wurden von den anderen abgetrennt und nochmal gut mit Heu, Streu, Kraftfutter und Wasser versorgt. Ich bin schon gespannt, wie sie morgen im trockenen Zustand aussehen. Tja, jetzt sind es nur noch 142 Lämmer!
2 Kommentare:
Habe herzlich gelacht bei der Beschreibung deines Superbratschers.Viel Spaß noch in u. mit dieser Truppe u. natürlich auch beim "Schafeherausholen"; C.H.
Die Hebriden - der Klassiker schlechthin und was Händeliges :-) Hauptsache es macht Spaß. Wie ist der Dirigent so? Ich finde es trotzdem cool, dass du auch in Norwegen im Orchester bist.
So `ne Schafgeburt ist doch sicher auch nicht ganz ohne..
Liebe Grüße
Luzia
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