Gestern Abend waren Lea und ich bei Frode, dem Pianisten aus der Gemeinde in Lye eingeladen. Er hatte mir letzte Woche eine nette Mail geschrieben, beachtlicherweise sogar auf Deutsch. Und so haben wir gleich seine Frau Anna Bergitte und die drei Kinder - Sunnøve (8), Åsne (7) und Magne (5) - kennen gelernt. Die waren zwar alle schon im Schlafanzug, aber sehr neugierig und offen. So habe wir sogar noch ein norwegisches Volkslied auf der Geige vorgespielt bekommen! Nach dem Abschied ins Bett haben wir zusammen Abendbrot gemacht ("We´re such bad hosts - thank you for cooking for us!"), gemütlich gegessen, erzählt und gespielt. Das war ein schöner Abend und hoffentlich sieht man sich bald mal wieder!
An meinem heutigen freien Tag war so schönes Wetter, dass ich einfach mit dem Fahrrad heraus musste. Ich bin in die Berge gefahren und habe mir zunächst die "Dichterstube" des norwegischen Autors Arne Garborg angeschaut, nur von außen. Der Feldweg dahinter führte zu einem sehr schönen See. Mit dem Rad habe ich mich auf die Suche nach einem Wanderweg gemacht, den wir letzte Woche mit Ellen vom Auto aus gesehen hatten. Leider habe ich ihn nicht gefunden, bin aber immer noch ein Stückchen weiter in die Berge gefahren, bis ich letztendlich versehentlich auf dem höchsten Punkt angekommen war. Während ich da auf einer Weide saß und meinen Apfel aß, hielt ein Auto praktisch direkt neben mir. Nach einer Weile stieg ein alter Mann aus und wir kamen ins Gespräch. Nach wenigen Worten fragte er mich, ob ich aus Dänemark komme und als er erfuhr, dass ich Deutsche bin, wechselte er sofort ins Deutsche. Das sei seine Lieblingssprache und er habe sie im 2. Weltkrieg während der deutschen Besatzung in Kirkenes gelernt (Kirkenes liegt sehr weit im Norden am östlichen Ende Norwegens, damit sogar östlicher als Istanbul). Auf die Deutschen, die damals mit in seinem Haus lebten, war er sehr gut zu sprechen. Der sportlich gekleidete 87-jährige Norweger war mit seiner 85-jährigen Frau im Auto unterwegs und genau an dieser Stelle machen sie immer ihre Kaffeepause, wovon auch eine interessanter Holztasse in seiner Hand zeugte. Zum Abschied winkten mir beide noch einmal zu. Sehr erfreut über diese Begegnung bin wieder ins Tal gerollt und habe meine 40-km-Runde beendet.
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| Radtour Undheim - Ålgård |

1 Kommentar:
Deine Fotos sind echt toll (wenn man sie denn endlich wieder genießen kann), liebe Grüße, C.H.
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