Heute war gleich mein zweiter freier Tag. Auf dem Papier habe ich eineinhalb pro Woche, aber praktisch gibt es jetzt mehr als während der Lammzeit.
Zur Feier des Sonntags bin ich in das etwa 6 km entfernte Lye geradelt, um dort in den Gottesdienst zu gehen. Keine Kirche, sondern ein schönes Gemeindehaus. Keine Orgel, sondern eine Band. Keine Gesangbücher, sondern Powerpoint. Und während die zahlreichen Kinder der bunt gemischten Gemeinde noch durch den Saal tobten und sich in der Spielecke vergnügten, ging es mit Liedern und dem Abendmahl los, danach dann erst die Predigt. Sprachlich bin ich ziemlich gut mitgekommen - ich bin ja ein Experte im schwedischen Orchesterproben- und Gottesdienstvokabular und weiß, was an bestimmten Stellen kommen muss, sodass ich mir alles zusammenreimen konnte. Interessant ist am Norwegischen, dass es zwei Schriftsprachen bzw. Hauptdialekte gibt - Bokmål und Nynorsk. Der erste ist weiter verbreitet und dem Schwedischen ähnlicher, fällt mir daher auch leichter. Leider wird hier vorwiegend der zweite gesprochen, der gemeinsame Wurzeln mit dem Isländischen und Färöischen hat. Wie ich heute gemerkt habe, kann auch der eine Liedtext in Bokmål stehen, während der nächste in Nynorsk kommt. Das ist schade, wenn man sich gerade über ein neu gelerntes Wort gefreut hat...
Nach dem Gottesdienst standen natürlich die Kaffeekannen und Gebäckteller schon bereit. Ja, es gibt in dieser Gemeinde tatsächlich ein "Bollebakarar"-Team, das für die Zubereitung der süßen Hefebrötchen zuständig ist! Ich habe mich gut mit meinem Sitznachbarn unterhalten, der sofort auf mich zukam. Wie sich herausstellte, ist er fast ein Nachbar von uns und hält Kühe und Schweine. Er wiederum stellte mich einem Software-Ingenieur aus Bryne ist. Nachdem ich mich mit dem ausgetauscht hatte, kam noch der Pianist vorbei (eigentlich Lehrer), der nun meine Mailadresse für eventuelle Bratscheneinsätze hat. Das waren alles sehr nette Leute und ich bin erstaunt, wie offen sie auf mich zukamen, wie schon letzte Woche in der Orchesterprobe. Es ist wirklich schön, so schnell Kontakt zu den Norwegern zu bekommen.
Später habe ich mich mit Lea getroffen, um einen Berg zu besteigen. Wahnsinn, gestern noch am Meer, heute ca. 15 km entfernt in dieser tollen Landschaft:
1 Kommentar:
klingt sehr gut, dass dich nicht nur die Schafe freundlich aufnehmen =)
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