Die Hauptstadt Norwegens hat sich mir von ihrer besten Seite gezeigt. Vielleicht liegt es daran, dass ich bisher nicht viel Gutes ueber Oslo gehoert habe und meine Erwartungen gleich Null waren...jedenfalls konnte ich mich selbst vom Gegenteil ueberzeugen!
Gleich nach meiner Ankunft war ich auf der Oper unterwegs (man faellt fast darueber, wenn man den Bahnhof verlaesst) Das ist schon ein spezielles Gebaeude: das blendende Weiss, die teilweise im Himmel endenden Schraegen, Spiegelung der Nordsee im Glas und natuerlich die Moeglichkeit, ueberall herumzulaufen. Es war schon recht spaet und ein bisschen nieselig, sodass ich ganz allein auf der weissen Weite war. Schoen!
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| Oper in Oslo |
Dann bin ich mit Strassenbahn und T-Bahn (einer langsamen U- und S-Bahn) in den Nordwesten der Stadt gefahren, um zu meiner Couchsurfing-Gastgeberin Lorelou zu kommen. Lorelou ist Franzoesin, hat Indonesisch und Jura studiert und arbeitet fuer den norwegischen Regenwaldverbund. Sie hat eine herrliche kleine Wohnung mit Blick ueber Oslo, die umliegenden Huegel und das Meer und ich habe mich gleich total wohl gefuehlt.
Am folgenden Tag ging es mit der T-Bahn weiter nach oben, auf der Jagd nach einem noch tolleren Blick...kein Wunder, dass das auf ca. 450 m Hoehe gelingt! Ich wollte en bisschen wandern, bin aber wieder an den intuitiven norwegischen Ausschilderungen gescheitert, bin letztendlich eine Bobbahn heruntergelaufen, habe so die beruehmte Holmenkollen-Skisprungsschanze verpasst und gluecklicherweise ueberhaupt zurueckgefunden;-) In Norwegen niemals ohne Karte wandern gehen! Aber dieses Gebiet, die "Nordmarka" ist wirklich herrlich und allein dort koennte ich schon mehrere Tage verbringen.
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| Nordmarka: Blick auf Oslo |
Im Zentrum dann ein Eis vorm Nationaltheater, Touristenschritte zu Parlament und Kathedrale, Nachfassen von Reiseliteratur, weiter zur Festung Åkershus, wo es sich im sonnigen Gras neben alten Mauern und mit Blick aufs Meer ganz wunderbar aushalten laesst!
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| ein faszinierender Brunnen |
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| Festung Åkershus |
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| ...im Kontrast zum Rathaus |
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| Parlament |
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| Hauptbahnhof |
Als ich zurueckkam, stand das Essen schon fast auf dem Tisch. Wir haben es uns im Garten gemuetlich gemacht, Fischpfanne, zum Nachtisch frisch gebackenen Apfelkuchen, nette Gespaeche, Couchsurfing ist einfach super!
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| so lässt es sich leben... |
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| mit Lorelou |
Fuer den naechsten Tag bekomme ich sogar Kuchen als Wegzehrung...was will eine Judith mehr? Ich besuche das norwegische Filmmuseum, laufe in den Stadtteil Gruenerløkka, weiter durch den botanischen Garten (ueberhaupt gibt es unzaehlige Parks und Sitzgelegenheiten in Oslo) und durch Grønland - dort sieht man keine Norweger mehr, dafuer Doenerladen an Doenerladen, eine Moschee, dunkle Haut, Schleier, wuseliges Treiben auf der Strasse, Obstverkaeufer, Stichflammen in Restaurantkuechen...Wenig spaeter treffe ich Lorelou, wir essen Eis und liegen im Schlosspark im Gras. Nach der Verabschiedung geht es fuer die dritte Nacht ins Hostel, aber ich nutze den laengsten Tag des Jahres voll aus, laufe in einem ungewollt riesigen Bogen zum Vigeland-Park und sehe mir in der Abendsonne die Skulpturen des norwegischen Bildhauers an.
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| Abendstimmung im Vigelandspark |
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eine von vielen Skulpturen |
Die Nacht im Hostel...nun ja, ein Hoch auf die Schnarcher, gleich 2 meiner 3 Mitbewohner. Noch dazu hatte der eine sein Kopfkissen anscheinend auch noch mit einer Plastiktuete bezogen, immer dieses Geraschel...Ohropax geht ja leider nicht, wenn ich frueh meinen Wecker hoeren will.
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