Am Samstag habe ich mich zum ersten Mal auf dieser Reise in den Zug gesetzt und bin von Bergen ins 866 m hoch gelegene Myrdal gefahren, um dort (wie viele andere auch) in die Flåmsbana umzusteigen und nach einer Stunde Talfahrt wieder auf Hoehe des Meeresspiegels anzukommen. Die Ausblicke dabei sind natuerlich wunderbar, Fotostopp an einem Wasserfall inklusive (mit zweifelhafter Musik- und Tanzuntermalung - ich denke, den Asiaten hat's gefallen). Das Ganze ist ja wirklich schoen, aber Hilfe, was machen all die Leute hier? Sonst fahren die doch auch nicht Zug! Und wohin sind sie dann ploetzlich alle verschwunden, als ich durch das vertraeumte Flåm gewandert bin, im Hinterland zu einem Wasserfall hinaufgestiegen bin und die Aussicht auf den Aurlandsfjord genossen habe? Auch in der Kirche von Flåm war ich alleine, ehe ich noch einmal ein paar Serpentinen gegangen bin, um auf die umliegenden Berge zu sehen.
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| Blick aus der Flåmsbana |
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| Flåm und Aurlandsfjord |
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| Schafsdusche! |
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| Flåm - Talblick |
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| Kirche in Flåm |
Eigentlich sollte es mit der Flåmsbana wieder zurueck nach oben gehen, aber bei der naechsten Station hatte es wenige Tage zuvor gebrannt. Ein Tunnel, dann auch der Zug, gluecklicherweise keine Verletzten, aber die Verbindung zwischen Bergen und Oslo war damit komplett lahm gelegt, zumal man dort nicht mit Auto oder Bus hinkommt. Mit dem grossraeumigen Schienenersatzverkehr habe ich den wohl spektakulaersten Teil der Strecke, den Aufstieg bis auf ueber 1200 Meter, verpasst...aber der Bus war auch nicht uebel. Wahnsinnig schmale Strassen, lange enge Tunnel, Schneereste direkt neben uns, fruehlingsfrisches Birkengruen, unzaehlige Wasserfaelle, Schafe mitten auf der Strasse und schneebedeckte Berge hinter malerischen Seen...ich beschwere mich nicht, zumal ich nach dem Umsteigen in einen Minibus sogar bis vor die Tuer meines Hostels in Geilo gefahren wurde! Trotz Schlafsaal-Buchung habe ich hier meine eigene Huette bekommen und es mir mit Ingwertee aus der schwedischen Klapptasse gemuetlich gemacht, waehrend draussen der Regen einsetzte.
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| Hoch hinaus im Bus |
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| fantastische Lanschaft |
Es laesst sich nicht leugnen, dass Geilo ein Wintersport-Ort ist. Im Nieselregen des naechsten Tages war alles etwas trist. ich bin ein Stueck auf einer Loipe gelaufen, habe mich ueber sehr intuitive norwegische Ausschilderung geaergert und bin mit nassen Schuhen und Hosen zurueckgekehrt, um mittags in den Zug nach Oslo zu steigen - extra Umsteigen, eine Stunde Warten auf Reisende im Schienenersatzverkehr, dann eine schoene und komfortable Fahrt in die Hauptstadt.
1 Kommentar:
Flamsbana und Geilo sind wirklich lustige Namen! Man kann halt nicht nur mit der DB was erleben :-)Aus deiner Musikbeschreibung schließe ich, dass es wohl eher etws folkloristisch-kitschige Musik war und sicher war es den ausiatischen Reisenden nicht vergönnt die herrliche Landschaft in Ruhe zu genießen, weil es nicht in ihrem Programm "Europa in drei Tagen" vorgesehen war
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