Montag, 25. Juli 2011

Und weil´s so schön war...

...noch einmal eine fotografische Zusammenfassung meiner Zeit auf der norwegischen Schaffarm!
Viel Spaß!
Schaffarm - Best Of

Samstag, 9. Juli 2011

Zurück in deutschen Landen

Als sich der Nebel am Mittwoch endlich aufgelöst hatte, konnte auch mein Flugzeug starten, von Ålesund ging es mit Zwischenlandung in Bergen zurück nach Stavanger. Mindestens einen Tag und eine Nacht wäre ich auf dieser Strecke mit dem Bus unterwegs gewesen und so fliegen eineinhalb Stunden einfach dahin...
Nach meiner abwechslungsreichen Ernährung in den letzten Wochen habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Konservenmuseum in Stavanger zu besichtigen. Auch wenn ich eher auf Makrele in Tomatensoße spezialisiert bin, waren die Ölsardinen und deren Räucheranlagen auch ganz interessant, noch dazu die alten Maschinen des Dosen-Produktionsprozesses und die große Ölsardinen-Etiketten-Sammlung.

Endspurt zu Judith
Von Stavanger ging es nach Bryne, wo ich mich von Ellen, Geir und meinen Schäfchen verabschiedet habe. Alle fünf Flaschenkinder sind nochmal zu mir gekommen! So große Schafe sind das jetzt schon...
  
Ich habe meinen abgeparkten Koffer mitgenommen und mich in den Nachtzug nach Oslo gesetzt. Sehr komfortabel, mit Decke, Ohrstöpseln und Schlafmaske. Wenn dazu noch ein paar Passagiere verstanden hätten, dass man im Nachtzug nicht die ganze Zeit erzählen muss, hätte ich vielleicht auch länger als drei Stunden schlafen können. Von Oslo ging es mit dem Bus weiter, v.a. weil ich dachte, dass ich da nicht umsteigen muss. Dachte ich...bis der Bus vor einem Tunnel stehen blieb und ordentlich qualmte. Warten, umsteigen, fahren, nochmal umsteigen, so war es leider doch wieder kompliziert. Von Malmö bin ich dann mit dem "Berlin Night Express" gefahren, einem Zug, der auf die Fähre Trelleborg-Sassnitz herauffährt. Als Zugpassagier darf man sogar im Zug liegen bleiben. Als endlich die letzte Autoalarmanlage aufgehört hatte zu piepen, habe ich wunderbar geschlafen. Ja, und so ging es letztendlich nach Plauen, wo ich jetzt meine zweitweilige Bewerbungsstation einrichte. Eine schöne Geburtstagsparty mit Oma, das Wiedersehen mit meiner Familie und nun habe ich meine Eltern auch schon zur radlerischen Alpenüberquerung verabschiedet. Jetzt werde ich mich also mit meinen neu erworbenen Schlüsselqualifikationen (Schafe melken, Quad fahren, akkuschrauben) tatsächlich wieder dem Ernst des Lebens stellen müssen...zu schade!

Mittwoch, 6. Juli 2011

Ålesund

Ålesund ist bekannt für seine Jugenstil-Architektur, die hier in geballter Form auftritt und die Stadt zu einem Vorzeigebeispiel macht. Und das nur, weil die Stadt 1904 fast komplett niedergebrannt ist und neu aufgebaut werden musste - unter diesem Gesichtspunkt ein Glücksfall. Mit einer Broschüre aus der Touristinformation habe ich mir nach ausführlichem Jugendherbergsfrühstück einen Stadtrundgang zu Gemüte geführt und das ein oder andere Gebäude bewundert. Sobald die Sonne hervorkam, gab es ein großes Softeis mit Lakritzstreuseln...mhm! Nach einer langen Pause habe ich aufgrund des herrlichen Wetter noch beschlossen, den "Sukkertoppen", einen Berg südlich des Zentrums, zu besteigen. Und das hat sich gelohnt! Auf dem Gipfel war ich mitten in den Wolken, die schnell vorbeigeblasen wurden und nach einer Weile immer mehr von der darunter liegenden Wasser- und Inselwelt preisgaben. Und damit hatte ich auch wiedermal mein Sportprogramm weg...



Blick auf Ålesund, vom Sukkertoppen
Im Hostel habe ich mit meiner Französin noch Tee getrunken und Schokolade gegessen, ehe ich mich ins Bett verabschieden musste. Es galt, um 5 aufzustehen, um 7:30 meinen Flug nach Stavanger zu bekommen. Hätte ich nur da schon gewusst, dass der Flughafen wegen Nebel gesperrt war und es erst um 9 losging...

Montag, 4. Juli 2011

Trollstigen & Geirangerfjord

Kurz vor Ende meiner Reise ging es noch einmal tief ins Fjord-Norwegen hinein. In der Jugendherberge hatte ich gestern Abend eine nette Franzoesin kennen gelernt, die die gleiche Route verfolgte wie ich. Spontan haben wir uns zusammengeschlossen und sind zunaechst mit dem Bus den "Trollstigen" hochgefahren, eine atemberaubende Strasse, die in zahlreichen Serpentinen den Berg heraufklettert - nur fuer Schwindelfreie! Wenn die Wolken nicht so tief gehangen haetten, waere der Blick wohl auch sehr spektakulaer gewesen. Zumindest sieht man das auf allen Postkarten. Wir haben aber nach einer Weile nur noch Wolken gesehen...aus Wolken fallende Wasserfaelle, in Wolken fliessende Baeche, kein bisschen Aussicht, kann man nichts machen.
Trollstigen
Trollstigen von oben, vor dem Eintauchen in die Wolken
und die Aussicht von ganz oben...
Wieder mal eine Faehrueberfahrt ueber einen Fjord, dann die Anfahrt an den Geirangerfjord, wohl einen der engsten Fjorde ueberhaupt. Geiranger selbst ist ein winziges Oertchen, durch das sich tagtaeglich Unmengen von Kreuzfahrt-Passagieren und anderen Touristen (ich zum Beispiel) waelzen. Vielleicht war es gut, dass das Wetter heute keine spektakulaere Sicht geboten hat, so waren zwar die hohen Berge nicht zu sehen, die Landschaft nur in Graustufen, aber es war auch nicht so viel los. Mit einer Horde aufgeregter Japaner ging es per Faehre ueber den Fjord nach Hellesylt, vorbei an wirklich abgelegenen Farmen und hohen Wasserfaellen.

Norwegen aus dem Bilderbuch
"Die sieben Schwestern"
abgelegene Bauernhöfe
Hellesylt...genau so klein, weniger bekannt, ein riesiger Wasserfall mitten im Dorf und ein Bus, der nach langer Wartezeit nach Ålesund faehrt und dabei noch einmal ein beeindruckendes Fjordpanorama bietet, ehe er im Tunnel verschwindet.
Hellesylt


In Ålesund sind wir wieder im gleichen Schlafsaal, hier gibt es "Dreifachstockbetten" im 12er-Zimmer...zum Glueck ist noch nicht Hochsaison und wir sind gerade mal zu viert. Und wieder mal habe ich eine Franzoesin fuer mich kochen lassen; die koennen das wirklich gut. Spaghetti mit Lachs-Sahne-Sosse, mhm, meine erste warme Mahlzeit seit einer Woche!

Sonntag, 3. Juli 2011

Raumabanen

Ich habe die Nacht in einer sehr eigenartigen Unterkunft verbracht, dem "Interrail Center" in Trondheim. Ein Schlafsaal mit 47 Betten (nur 8 belegt), alles dunkel, alles wahrscheinlich nicht besonders sauber, komische Duschklos, betrunkene Schlafgaeste beim Fruehstueck, die schwankend belegte Brote bereiteten und Muesli verkippten...was man sich nicht alles antun muss, nur weil Norwegen so teuer ist!
Mit dem Zug ging es dann hinauf nach Dombås, von wo die andere "schoenste Zugstrecke Norwegens" abzweigt und innerhalb von eineinhalb Stunden wieder auf Hoehe des Meeresspiegels faehrt. Und die war wirklich schoen! Es war nicht so viel los und ich habe wegen der Wolken auch so manche Sehenswuerdigkeit nur erahnen koennen, aber allein die Tunnel und Bruecken sind schon toll. Dazu noch die tuerkisfarbene Rauma, ein Fluss, der von Gletscherwasser gespeist wird und den Zug die ganze Zeit begleitet, dichte Waelder, sattgruene Wiesen..."Trollveggen" ist mit 1000 Metern die hoechste vertikale Felswand Europas (leider wolkenverhangen) und auch sonst scheint es dort noch den ein oder anderen Gipfel zu geben. Eine schoene Ecke auf jeden Fall, mit wirklich wilder Natur!

Blick aus dem Zug ins Tal der Rauma

Zugkapelle in Åndalsnes

Samstag, 2. Juli 2011

Nordlandsbanen

Nach der Fährankunft 4 Uhr morgens bin ich erstmal in einen menschenleeren Wartesaal geirrt, um mich dort auf ein paar Bänken auszubreiten und weiterzuschlafen. Dann wurde es zu laut, also ein kleiner Stadtrundgang, und Weiterschlafen auf Bahnhofsbänken, immerhin bis halb 9!
Mittags ging mein Zug nach Trondheim und in diesem bin ich zum Glück rechtzeitig aufgewacht, um die Durchfahrt durch den Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark mitzubekommen. Eine Stunde später eine Ansage: "Attention please, we´ll soon cross the arctic circle!" Dann an einem Fluss entlang, keine einzige Wolke am Himmel, leuchtende Farben. Ein Eindruck von Mo i Rana im Sommer (das kannte ich bisher nur bei -20°C), immer wieder neue Landschaften und nach 10 Stunden Fahrt Ankunft in Trondheim.


der Polarkreis

Freitag, 1. Juli 2011

Auf den Lofoten

Da stand ich nun nachts halb vier auf dem neuen Bahnhof in Umeå - und auf der Anzeigetafel stand, dass mein Zug durch einen Bus ersetzt wird. Aber mehr auch nicht. Leider ist es so, dass dieser tolle neue Bahnhof zwei Ausgänge hat...ich bin der einzigen Ausschilderung gefolgt, die etwas mit "Bus" zu tun hat und habe zwischen Bahnhof und Busbahnhof gewartet. Kein Mensch weit und breit, keine Ansage, Stille, Sonnenschein, irgendwann nach geplanter Abfahrt eine andere verschlafene Reisende, Anrufe beim SJ-Kundendienst, Rückruf, Taxi kommt angeblich noch, der Zug wartet auf uns. Der Bruder meiner Leidensgenossin saß in diesem Zug und wir wussten bald, dass dieser nicht gewartet hatte (Umeå ist ein Sackbahnhof und der Zug aus Stockholm Verspätung hat, fahren sie Umeå gar nicht erst an, sondern transportieren alle mit Kleinbussen). Und tatsächlich haben wir dann auch dieses winzige Schild am anderen Ende des Bahnhofs gefunden, welches die Abfahrt von Schienenersatzverkehr kennzeichnet. Sind am Telefon umgebucht worden, haben 3 Stunden auf den nächsten (auch verspäteten) Zug gewartet, die SJ-Beamten haben uns ausgelacht und gemeint, dass dieser Bus doch immer von der Westseite fährt. Ganz große Klasse.
irgendwo zwischen Kiruna und Narvik, schwedische Seite
...und die norwegische Seite
Bad in Narvik gefällig?
Das hatte letztendlich zur Folge, dass ich meinen Anschlussbus auf die Lofoten gründlich verpasst habe, meine Hostelbuchung stornieren musste und eine Nacht in Narvik verbringen musste. Da war ich ja vor drei Jahren schon einmal...ich habe Jimmy (meinen allerersten Couchsurfing-Gastgeber) kontaktiert, der zwar für die Nacht schon Gäste hatte, mich aber am Abend mit den beiden Schweden auf seine Autotour durch Narvik & Umgebung genommen hat. Wir haben Ausschau nach Walen gehalten (leider (wieder) erfolglos), waren an einem kleinen Hafen, an einem Fjord, am Strand und haben dann noch bei Jimmy Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. @Steffi: Jimmy hat unseren Gästebucheintrag gleich wiedergefunden und sogar Zettel und Geld sind noch in der Money Box!
Mit meinem Hostel habe ich es dann auch gut getroffen - habe für ein Bett im Mehrbettzimmer bezahlt, aber es tauchte niemand anders auf:-)

mit dem Bus auf die Lofoten
Leuchtturm in Stamsund, gleich beim Hostel
Zusammen mit den schwedischen Couchsurfern ging es dann endlich per Bus auf die Lofoten, sie sind irgendwo in der Pampa zum Wandern ausgestiegen und ich bin nach zweimal Umsteigen in Stamsund angekommen, der Hurtigruten-Anlegestelle auf den Lofoten. Eine Jugendherberge direkt am Wasser, ein norwegisches Fischer-Urgestein als Herbergsvater, eine Herberge der besonderen Art.
Am folgenden Tag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen, um die wunderbare Landschaft zu erkunden. Einen Pass hinauf, Blick auf sonnenbeschienene Berge im Süden, eine kleine Straße entlang zu einem blendend weißen Strand, ein Stück zurück, in ein unbedeutendes und umso niedlicheres Fischerdorf, wieder einen Pass hinauf, um eine Meereszunge herum, immer wieder beeindruckt von den fast surrealen Bergen, zum Hostel, zum Bus und an eines der Enden Norwegens - nach Å.

diese Berge auf den Lofoten...

ein Sandstrand an der Westküste
Fischerdorf (Mortsund)
Hier glücklicherweise wieder ein Mehrbettzimmer für mich allein, ein wunderbarer Abendsonnen-Blick auf die im Süden liegenden Inseln, Ruhe. Am folgenden Tag besuche ich das Trockenfisch-Museum (Trockenfisch ist DAS Produkt der Lofoten), sehe einen Film und viele getrocknete Fische. Der Inhaber ist sehr nett, erzählt unheimliche Geschichten von seinem Bootsverleih. Viele Touristen kommen her, um zu angeln, missachten aber die Warnungen vor den extrem starken Gezeitenströmen - am Tag zuvor ein Toter, nicht viel eher ein Rettungshubschrauber-Einsatz. Ich bleibe lieber an Land und begebe mich auf die Wanderung zur "Munkebua", einer kleinen Hütte in den Bergen. Im Handbuch als "moderate walk" aufgeführt, komme ich gut ins Schwitzen, es gibt regelrechte Kletterpartien auf steilen blanken Felsen, der Blick zurück wird immer unglaublicher. Steil hinauf, sogar über Schneefelder und plötzlich öffnet sich der Blick auf die Hütte und die andere Seite...unbeschreiblich! Noch dazu wird es sonnig, besser könnte es nicht sein, kein Foto kann das festhalten.

getrockneter Fischkopf
ein Traum-Campingplatz
Wanderung zur Munkebua

Ich lasse mir Zeit auf dem Weg zurück zur Jugendherberge und mache mich am Abend auf den 6 km langen Weg nach Moskenes, um meine Fähre zurück zum Festland zu erreichen. Ja, mitten in der Nacht, denn ich will doch mal die Mitternachtssonne sehen, die mir auf der Ostseite der Lofoten wegen der hohen Berge bisher verwehrt blieb. Sie ist dann doch von wenigen Wolken verdeckt, aber dennoch sieht das alles sehr schön aus; eine besondere Fahrt. Bis auf das schreiende Kind...muss man mit so einem kleinen Kind von 0:30 bis 4:00 Fähre fahren? Und ich war vorgewarnt worden, dass auf dieser Fähre selbst die härtesten Naturen seekrank werden - vielleicht war es ein extrem ruhiger Tag?

nachte halb eins verlasse ich die Lofoten
halb vier, kurz vor Bodø

Montag, 27. Juni 2011

Wiedersehen mit und in Umeå

Es war sehr eigenartig, nach zwei Jahren wieder nach Umeå zu kommen. Alles so vertraut...
Christina hat mich gleich sehr herzlich mit einer richtigen västerbottnischen Käsetorte empfangen und es war schön, sie nach der Zeit wieder zu sehen. Natürlich gab es gleich viele Geschichten aus dem Labor und aus dem Orchester auszutauschen. Wir sind am folgenden Tag ins Naturschutzgebiet Bjuröklubb etwa 100 km nördlich von Umeå gefahren, haben den Leuchtturm besichtigt und die Ostsee bewundert, sind dann durch die Gegend gewandert und haben uns natürlich zum Abschluss ein Eis gegönnt. Zwischen Rentierflechten, Moos und glatten rundgeschliffenen Steinen habe ich mich doch gleich wieder wie zu Hause gefühlt! Und auf dem Weg haben wir so niedliche kleine Ponys gesehen, Baby-Ponys sozusagen...
Bjuröklubb
stille und bewegte Wasser
schwedisches Mini-Pony
Heute hat mich mein Weg dann ins Zentrum geführt, um ein paar altbekannten Läden mal wieder einen Besuch abzustatten. Dass ich mich für die Zeit auf den Lofoten bei ICA mit "günstigen" schwedischen Lebensmitteln und lang vermissten Leckereien eingedeckt habe, ist selbstverständlich.
Mit Christina saß ich in der Sonne und wir haben schon wieder Eis gegessen, ehe ich dann mit einer iranischen Bekannten ein Picknick mit Fikabröd veranstaltet habe. Vollkommen satt habe ich mich dann noch mit David getroffen und wir sind zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern an den Nydalasee gefahren, um bei einer Tasse Kaffee zu erzählen. Das war total schön, es gab viel zu berichten und voller Schwedisch-Einsatz war gefragt; erfreulicherweise tauchten auch immer mehr Worte wieder in meinem Kopf auf. Unterdessen plantschten die Kinder im See (ja, der See auf dem wir Ski gefahren sind) und abends gab es dann "Musik am See" bei der Kyrkstuga (einem Häuschen der Kirche) - Sängerin, Pianist und Trompeter mit Titeln aus verschiedenen Musicals, viele Schweden´beim Kaffeetrinken, sehr entspannte Stimmung, Sonnenschein. Wunderbar, dass man sich nach zwei Jahren einfach so treffen kann und so einen schönen Abend miteinander verbringen kann!

die Kyrkstuga am Nydalasee

mit Christina
Heute Nacht um 3:42 geht es dann mit dem Zug über Kiruna wieder nach Norwegen...wenigstens ist´s nicht dunkel, wenn ich aufstehen muss.

Freitag, 24. Juni 2011

Mittsommer in Sundsvall

zu Mittsommer wird geflaggt!
Von Trondheim bin ich mit dem Zug nach Sundsvall gefahren, bin durch eine ausgestorbene Stadt gelaufen und kam gerade auf em Berg an, als die offiziellen Mittsommer-Feierlichkeiten vorbei waren. Ich frage mich ernsthaft, warum diese mittags stattfinden, wo es doch dann auch im tiefsten Winter hell wäre. So konnte mir Lisa nur von den heftigen Regenschauern berichten, die das Schmücken der Mittsommerstånga begleitet hatten, von schlammbespritzten weißen Kleidern und von Blumenkränzen auf den Regenjackenkapuzen der Kinder. Plözlich war jedenfalls tolles Wetter und wir sind mit Lisas Eltern (auch gerade zu Besuch bei ihr) und noch einer Freundin in eine richtige schwedische Sommerhütte 20 min außerhalb der Stadt gefahren, eigentlich die Hütte ihrer bereuenden Lehrerin an der Schule, wo sie während der letzten 10 Monate unterrichtet hatte. Unter den Heizstrahlern ließ es sich wunderbar auf der Terrase sitzen, während das Wetter weiter seine Kapriolen trieb, wir haben herrliche Kanelbullar genascht, in den Regenpausen haben Kubb gespielt, dabei den halben Rasen umgegraben, abends wurde reichlich gegrillt und ich kam mir vor als hätte ich Urlaub im Urlaub. Am nächsten Tag ging es ähnlich weiter, wobei zu aller Krönung am Nachmittag auch noch Lisas Betreuerin mit einer riesigen Mittsommertorte vorbeikam, die unglaublich lecker war. Biskuit, Kokosmasse, Sahne und Erdbeeren, überall schwedische Flaggen und nette Leute und ehe ich mich´s versah, saß ich auch schon mit einem Proviantpaket im Bus nach Umeå!
mit Lisa
die tolle Torte

Donnerstag, 23. Juni 2011

Trondheim

Trondheim

Das ist ein Fahrrad-Lift - Anschub via Ferse
Trondheim, die drittgrößte Stadt Norwegens, ist ziemlich klein. Hier habe ich bei Mali Couchsurfing betrieben, also diesmal tatsächlich bei einer Norwegerin, fortgeschrittene Doktorandin in Biotechnologie und begeisterte Radfahrerin. Noch am Abend meiner Ankunft habe ich eine persönliche Stadtrundführung bekommen und als wir danach in einer Kneipe saßen, gab es viele schöne Reisegeschichten auszutauschen. Wir sprachen auch über einen besonderen norwegischen Käse, den ich sehr mag und Mali hat gleich zwei verschiedene Sorten gekauft, sodass ich zum Frühstück probieren konnte;-) Ich bekam den Schlüssel zur Wohnung und konnte es damit am Vormittag ruhig angehen lassen. Dann bin ich über Trondheims Uni zur Festung Kristiansten gelaufen, vorbei an dem weltweit ersten Fahrradlift zu den bunten Häuschen in Bakklandet, alles sehr gemütlich und nicht überlaufen (bis auf einen Schwung frei laufender Hurtigruten-Passagiere). In einer alten Werft gibt es nun gemütliche Cafés und Kneipen; ich bin aber mit dem Bus aus der Stadt heraus gefahren, um auf einem Küsten-Wanderweg wieder hereinzulaufen. Die Höhepunkte auf dem Weg, neben immer wieder schönen Ausblicken auf den Trondheimsfjord und die umgebenden Hügel: Waffeln mit Sauerrahm und Erdbeermarmeade sowie Kakao in einem von Mali empfohlenen Café auf dem Weg. Und ein Wikingermarkt. Auf Letzterem war nicht überwältigend viel los und als ich den Rettungswagen und einen im Gras liegenden Wikinger sah, habe ich beschlossen, dass ich mir den Eintritt sparen kann.

Küstenwanderung

Ich bin im Stechschritt zurück ins Zentrum gelaufen, um rechtzeitig zur abendlichen Musikandacht in die Nidaros-Kathedrale zu kommen.Trondheim war auf jeden Fall mal ein bedeutendes religiöses Zentrum und die große Kathedrale ist sehr beeindruckend in diesem kleinen Städtchen. Als ich vor der prachtvollen Fassade saß und mich gerade über die Geschichte informieren wollte, kam ein Radfahrer und entschuldigte sich, dass er meine Sicht kurz blockieren müsste. Das Rad sah nach einem Reiserad aus und wir kamen schnell ins Gespräch - Roy ist Israeli und momentan in Norwegen unterwegs, auch ein Couchsurfer, seine Gastgeberin würde gleich in einer anderen Kirche im Chor singen...ich war schnell dabei und es stellte sch heraus, dass mich ein Jude zu einem christlichen Gottesdienst eingeladen hatte - was kann es Besseres geben? Es war eine Art Obdachlosengottesdienst und ´danach gab es wieder Waffeln und auch Suppe und Getränke (ich bin ja auch ein bisschen odachlos momentan), ehe der Chor seine öffentliche Probe für den kommenden Auftritt bei einem Jazzfestival in Molde veranstaltete. Solche Begegnungen beeindrucken mich einfach nur.
Nidaros-Kathedrale